Eule

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Eu|le ['ɔy̮lə], die; -, -n:
in Wäldern lebender, nachts aktiver, größerer Vogel mit großen, runden Augen und kurzem, krummem Schnabel:
von ferne hörte man den Ruf einer Eule.
Zus.: Schleiereule.

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Eu|le 〈f. 19
1. 〈Zool.〉 nächtlich jagender, weltweit verbreiteter Raubvogel mit krummem, kurzem Schnabel, großen Augen, die zum Dämmerungssehen geeignet sind, u. weichem Gefieder: Striges
2. 〈Entomologie〉
2.1 〈i. w. S.〉 Angehörige einer Überfamilie der Nachtschmetterlinge ohne knopfartig verdickte Fühlerenden u. mit einem Tympanalorgan im Brustabschnitt: Noctuoides
2.2 〈i. e. S.〉 Angehörige einer Familie der Nachtschmetterlinge aus der Überfamilie der Eulen (2.1), deren Flügel meist düster gefärbt sind, mit charakteristischer Zeichnung aus 3 Binden u. 3 Flecken: Noctuidae
3. 〈fig.〉
3.1 Handfeger aus Federn od. weichen Borsten
3.2 kleine Pfeife aus Ton
● \Eulen nach Athen tragen 〈fig.〉 etwas Überflüssiges tun; klug wie die \Eulen [<ahd. uwila, engl. owl <germ. *uwwilon; Verkleinerungsform zu uwwon, lautmalend; → Uhu] Siehe auch Info-Eintrag: Eule - info!

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Eu|le , die; -, -n:
1. [mhd. iu(we)le, ahd. ūwila, Vkl. von Uhu] (in vielen Arten weltweit verbreiteter) in Wäldern lebender nachtaktiver Vogel mit großen runden Augen u. kurzem krummem Schnabel:
-n nach Athen tragen (bildungsspr.; einen überflüssigen geistigen Beitrag zu etw. leisten; nach einem Ausspruch in einer Komödie des Aristophanes; wer Eulen nach Athen trägt, tut überflüssige [geistige] Arbeit, weil die Eule – bes. als Attribut der weisen Stadtgöttin Athene – schon längst in Athen heimisch war).
2.
a) (Schimpfwort) unattraktive weibliche Person;
b) (Jugendspr. veraltend) Mädchen.
3. [wohl nach der Form] (nordd.)
a) Handfeger;
b) Flederwisch, Staubwedel.
4. (in vielen Arten vorkommender) Nachtfalter, dessen Flügel eine an Baumrinde erinnernde Tarnfärbung aufweisen.
5. (nord[west]d., berlin. ugs.) Polizist auf Nachtstreife; Nachtwächter.

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Eule,
 
ehemalige deutschsprachige Suchmaschine, die in Erscheinung und Funktion völlig in Abacho aufgegangen ist. Technologisch gesehen ist allerdings eher Acoon, das vom gleichen Programmierer geschaffen wurde, als Nachfolger von Eule zu betrachten.

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Eu|le, die; -, -n [1: mhd. iu(we)le, ahd. ūwila, Vkl. von ↑Uhu; 3: wohl nach der Form]: 1. (in vielen Arten weltweit verbreiteter) in Wäldern lebender nachtaktiver Vogel mit großen runden Augen u. kurzem krummem Schnabel: eine E. schrie; Die -n haben gewimmert, die Nacht hat gestöhnt (Musil, Mann 293); Otto Bambuss sieht mich an wie eine E., die mit Buttermilch gefüttert ist (Remarque, Obelisk 257); Abenddämmerung, stille Stunde, die E. der Minerva (bildungsspr.; die Eule als Sinnbild der Weisheit u. als Attribut der römischen Göttin Minerva, die der griechischen Athene entspricht) begann ihren Flug. Man fand Zeit zu einem besinnlichen Gespräch (Küpper, Simplicius 103); *-n nach Athen tragen (bildungsspr.; einen überflüssigen geistigen Beitrag zu etw. leisten; nach einem Ausspruch in einer Komödie des Aristophanes; wer Eulen nach Athen trägt, tut überflüssige [geistige] Arbeit, weil die Eule - bes. als Attribut der weisen Stadtgöttin Athene - schon längst in Athen heimisch war); eine E. fangen (Seemannsspr.; durch unachtsames Segeln plötzlich den Wind von vorn bekommen). 2. a) (Schimpfwort) unattraktive weibliche Person: Hier ist meine Registrierkarte, du alte E.! (Simmel, Stoff 196); Ruft dann so 'ne E., die nichts zu tun hatte, ... die ruft die Polizei (Degener, Heimsuchung 75); Als ich dann in den Sack haute, hab' ich noch ein bisschen Schmuck von seiner E. (Ehefrau) mitgehen lassen (Degener, Heimsuchung 148); b) (Jugendspr.) Mädchen: eine flotte E. 3. (nordd.) a) Handfeger; b) Flederwisch, Staubwedel. 4. (in vielen Arten vorkommender) Nachtfalter, dessen Flügel eine an Baumrinde erinnernde Tarnfärbung aufweisen. 5. (nord[west]d., berlin. ugs.) Polizist auf Nachtstreife; Nachtwächter.

Universal-Lexikon. 2012.

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